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Umfrage: Städte bunkern mehr Streusalz für den Winter

VON RAINER HILLGäRTNER meist gelesen

Umfrage: Städte bunkern mehr Streusalz für den Winter Stuttgart (ACE) 24. November 2010 - Nach den teils massiven Engpässen bei der Versorgung mit Streusalz im vergangenen Winter fühlen sich Städte und Gemeinden für den Kampf gegen Eis und Schnee dieses Mal offenbar besser gerüstet. Vielerorts wurden Streusalzreserven deutlich aufgestockt, um die Räumdienste während der Frostperiode nicht wieder in Verlegenheit zu bringen. Doch einige Kommunen spekulieren entgegen jüngster Wetterprognosen für das bevorstehende Winterhalbjahr auf eher milde Temperaturen und haben die Bevorratung heruntergefahren. Dies geht aus einer vom ACE Auto Club Europa am Mittwoch in Stuttgart veröffentlichten Umfrage hervor. Der Club hatte stichprobenartig die Lage in den Streusalzdepots sowie die Bestellorder für Streumaterial von insgesamt 27 deutschen Städten erkundet. Demnach haben mehrere Kommunen auch neue flexible Lieferverträge für Salz und Granulat abgeschlossen. Auf diese Weise wollen die Straßenverkehrsbehörden selbst bei großen Schneemassen die Oberhand behalten. Der ACE hatte in der vergangen Wintersaison einzelnen Städten vorgeworfen, sie hätten die Kapazitäten der Streusalzlager aus Kostengründen reduziert und seien ihrer gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht nicht überall hinreichend nachgekommen.

Offenbar haben Städte und Gemeinden nach dem harten und langen Winter 2009/2010 ihre Hausaufgaben gemacht und sind bemüht, es nicht wieder zum Chaos auf den Straßen kommen zu lassen. So hat die Stadt Gera in Thüringen laut ACE ihre Lagerhaltung verdoppelt und hält nun 1.200 Tonnen Salz vor. Auch in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel wurden vor Winterbeginn die Reserven verdoppelt. Koblenz in Rheinland-Pfalz vergrößert seine Lagerhaltung nicht nur von 500 auf 900 Tonnen Streumaterial, sondern hat bei seinem Lieferanten noch ein Kontingent von 1.500 Tonnen in der Hinterhand. Mainz erhöht seine bisherigen Vorräte von 420 Tonnen um weitere 300 Tonnen. Zudem geht der dortige Winterräumdienst davon aus, dass sich die Salzproduzenten besser als in der Vergangenheit auf erhöhte Nachfrage im Winter vorbereitet haben. Dortmund stockte seine Salzbevorratung um 40 Prozent auf und die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam vergrößert ihr Winterbudget um mehr als ein Drittel auf über zwei Millionen Euro.

Stuttgart kürzt beim Streudienst

Nach dem Bericht des ACE steht aber nicht überall eine größere Vorratshaltung an Streumaterial ganz oben auf der Prioritätenliste. So wurden die Mittel für Straßenreinigung und Winterdienst in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent gekürzt.

Obwohl Lübeck im vergangenen Winter einen Streusalzverbrauch von rund 2.600 Tonnen verzeichnete, werden dort vor der nächsten Kälteperiode nur 1.200 Tonnen eingelagert - allerdings mit der Option auf einen Zugriff auf weitere 900 Tonnen.

ACE erinnert an Verkehrssicherungspflicht

"Kommunen müssen die ihnen auferlegte Pflicht zur Verkehrssicherung ernst nehmen und dürfen im Zuge ihrer Kostensenkungspolitik nicht auch noch Gas geben; auf Glatteis geht das schief", warnte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Nach seinen Worten haben Verkehrsteilnehmer als Gebühren- und Steuerzahler ein Recht darauf, dass die Straßenverkehrsbehörden auch im Winter einen besonderen Beitrag zur Unfallverhütung auf Gehwegen und Fahrbahnen leisteten. "Wer Straßen nicht räumt, spart vielleicht für den Stadtsäckel, er verursacht aber Kosten durch Staus und Unfälle, deren Folgen die Verkehrsteilnehmer zusätzlich aufgebürdet bekommen."

Der ACE würdigte zugleich die Arbeit der Beschäftigten von Streu- und Räumdiensten. Sie müssten bei den widrigsten Wetterbedingungen und zu jeder Tages- und Nachtzeit unterwegs sein, um Verkehrswege frei von Eis und Schnee zu halten. Voraussetzung für erfolgreiche Winterdienste sei aber eine ausreichende Bevorratung von Streumaterial. Dafür trügen die Leitungsebenen der Kommunen die Verantwortung.

Riskante Lagerhaltung

Kommunen, die zu wenig Salz deponieren, geraten während eines harten Winters schnell in die Bredouille. Gibt es hingegen einen milden Winter, droht Verlust. Denn Salz ist ein empfindliches Gut, das bei langer Lagerung verklumpen kann und damit für Streuzwecke unbrauchbar wird. Zudem wirkt sich die Finanznot vieler Gemeinden auf das Einkaufsverhalten aus. Die Stadt Leipzig bringt es stellvertretend für viele auf den Punkt: "Aufgrund der Tatsache, dass niemand weiß, wie der Winter tatsächlich wird, versucht jede Kommune die Gratwanderung, mit der eingelagerten Menge die finanzielle Belastung durch die Lagerhaltung möglichst gering zu halten und trotzdem das Risiko der nicht zeitnahen Nachlieferung durch die Salzanbieter zu reduzieren." In Leipzig reichen die Reserven für zehn Tage aus, eine Nachlieferung nach Bedarf wurde vereinbart, heißt es in dem ACE-Bericht.

Nur auf fünf Tage dagegen ist die Vorratshaltung des Landes Nordrhein-Westfalen ausgelegt. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat sich laut ACE in seiner Deponierung an den Durchschnittswerten der letzten 15 Jahre orientiert. Das Land Rheinland-Pfalz stockt seine Anfangs-Depots um zehn Prozent auf 140.000 Tonnen auf. Sobald 20 Prozent verbraucht seien, werde nachbestellt.

Während in einem normalen Winter etwa 150.000 Tonnen Salz gestreut würden betrug der Verbrauch im letzten Winter immerhin 246.000 Tonnen. In Niedersachsen war über den vergangenen Winter hinweg die doppelte Menge des Üblichen verbraucht worden, auch dort soll den ACE-Informationen zufolge die Lagerhaltung ausgeweitet werden. In Oberfranken soll ein neues Zentrallager in Kulmbach dafür sorgen, dass Versorgungsengpässe der Vergangenheit angehören.

Streudienste versorgen Nebenstraßen zuletzt

In den meisten Städten und Kommunen gelten Wegepläne, in denen die Priorität der Straßenräumung auf unterschiedlichen Strecken festgelegt wird. So werden Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen zuerst und mehrfach geräumt und gestreut, erst danach werden Erschließungsstraßen mit hoher Relevanz oder Straßen mit starkem Gefälle geräumt. Kleine Anliegerstraßen sind teilweise vom Winterdienst ausgenommen. Köln, Essen und Rostock verweisen dem ACE gegenüber darauf, dass sich die Räum- und Streupflichten der Anlieger von bebauten Straßen nicht nur auf die Gehsteige beschränken, sondern auch für die Fahrbahn gelten. Ähnlich verfahren auch kleinere Gemeinden und Dörfer. Auffallend ist, dass Städte, denen im letzten Winter das Salz ausgegangen ist, in diesem Jahr bemüht sind, Reserven und Optionen auf hohem Niveau zu schaffen. Wo der letzte Winter nicht zu Notständen führte ist man offenbar eher bereit, die bisherige Menge an Streumaterial wiederzubeschaffen oder sogar abzusenken.

ACE: Streusalzmarkt von Oligopol beherrscht

Der ACE hofft aber im Interesse der Verkehrsteilnehmer, dass die Streudienste sich nicht noch einmal eiskalt erwischen lassen. Falls es in den nächsten Wochen zu Dauerfrost und wiederholtem starken Schneefall kommen sollte, wäre dies der dritte harte Winter in Folge. Der ACE fordert Städte und Kommunen auf, sich "in angemessener Vorsorge und im Dienste der Verkehrssicherungspflicht" auf alle Eventualitäten einzustellen. Aus Sicht des Clubs ist es auch wichtig, dass sich die Kommunen auf der Ebene ihrer Verbände zu großen Einkaufsgenossenschaften zusammenschließen. Derzeit beherrschten wenige große Anbieter den Streusalzmarkt. Dieses Oligopol müsse insbesondere auch im Interesse der Gebühren zahlenden Bürger aufgebrochen werden. Damit könnten die Kosten für Winterdienste begrenzt werden, hob der ACE hervor.

Eine Umfrage in 27 Kommunen: So bereiten sich deutsche Städte auf den kommenden Winter vor können Sie unter [1] abrufen.

1965 gegründet, liegt der ACE im Preis-Leistungsverhältnis heute an der Spitze aller Anbieter von Schutzbriefleistungen.

Er ist zudem der bislang einzige TÜV-zertifizierte Autoclub in Deutschland.

Heute zählt der ACE bereits rund 550.000 Mitglieder; einschließlich sämtlicher Familienmitgliedschaften können zusammen genommen mehr als 1,2 Millionen Menschen auf die Hilfe des Clubs zählen.

Europaweit gesteuert und logistisch betreut werden die Hilfseinsätze von der Stuttgarter Clubzentrale aus.

Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC),  www.eac-web.eu


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Autor:
[R/H]


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Artikel vom 24.11.2010


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