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Frauen auf dem Weg in Aufsichtsrat und Vorstand: mit Eigenmarketing die gläserne Decke durchbrechen

VON DR. KARIN UPHOFF meist gelesen

Dritter Teil der EWMD-Studie zeigt: Verkrustete Strukturen in den Top-Etagen der Wirtschaft erschweren Frauen den Aufstieg – Eigenmarketing kann helfen, Schranken zu überwinden

"WomenONBoard", so heißt ein Projekt des internationalen Managementnetzwerkes EWMD, das in Zusammenarbeit mit der Helga Stödter-Stiftung zur Förderung von Frauen für Führungspositionen durchgeführt wurde. Das Ziel des Projektes: Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Nachdruck auf das Mixed-Leadership-Potenzial und dessen positiven Einfluss auf den unternehmerischen Erfolg aufmerksam machen. Im dritten und letzten Teil der Studie wurden Headhunter zu der Personalpolitik auf den Top-Etagen der deutschen Wirtschaft befragt. Damit legen die Initiatorinnen nun das letzte Puzzleteil ihrer Studie vor – die Ergebnisse fließen ein in ein Mentoringprogramm, das Frauen auf dem Weg nach ganz oben unterstützt.

Die Initiatorin Gabriele Hantschel, Vorstandsvorsitzende der Helga Stödter-Stiftung zur Förderung von Frauen für Führungspositionen, und Carola Eck-Philipp, Projektleiterin und EWMD-Mitglied, befragten für den dritten Teil ihrer Studie Personalvermittler, Unternehmensberater und Wissenschaftler, die vor allem Bewerber für das obere Management suchen. Zwei Drittel von ihnen waren männlich. Alle Befragten zeigten sich einig: Obwohl so genannte Assessment Center bei der Vergabe von Jobs auf der unteren und mittleren Management-Ebene in der Wirtschaft schon längst üblich sind, gibt es bei der Besetzung der Top-Positionen bislang kein standardisiertes Auswahlverfahren. Die Mehrheit der be-fragten Headhunter schätzt das als problematisch ein und spricht sich dafür aus, die Kriterien, nach denen Bewerber für Führungsaufgaben ausgesucht werden, klar zu definieren.

Dieser Meinung schließt sich auch Projektleiterin Eck-Philipp an: "Immer wieder wird behauptet, dass Führungspositionen nicht mit Frauen besetzt werden könnten, weil angeblich keine geeigneten Bewerberinnen zur Verfügung stünden." Doch meistens sei überhaupt nicht definiert, welche Fähigkeiten der Bewerber für eine Position im Top-Management benötige. Hinzu komme, dass diese Posten in den meisten Fällen von Männern vergeben würden. "Männliche Chefs bevorzugen häufig Männer – das passiert oftmals unbewusst und ohne böse Absicht. Doch Menschen bevorzugen, was ihnen vertraut ist und ihnen ähnelt. Männer stellen daher gerne Männer ein." Gemeinsam mit der Helga Stödter-Stiftung setzt sich der EWMD aus diesem Grund für klare Aufgabenbeschreibungen und festgelegte Leistungskriterien ein, die das Verfahren transparenter machen. Ein weitere Vorteil dieses Verfahrens: Frauen können auf diese Weise die zukünftige berufliche Herausforderung besser beurteilen und so objektiv ihre Chancen auf den Posten ausloten.

Doch nicht nur die Strukturen in der Personalpolitik der deutschen Wirtschaft müssen sich ändern, auch die Frauen selbst sind gefragt. Sie sind gut, bringen hervorragende Leistung – anstatt sich jedoch wie ihre männlichen Kollegen auch mal in Szene zu setzen, warten sie häufig darauf, von ihren Vorgesetzten entdeckt und für eine Beförderung vorgeschlagen zu werden. "Doch wer bei den "old boys" mitspielen will, muss ihre Spielregeln einhalten – zumindest für eine Weile, bis die eigenen Ein-zug halten", so Gabriele Hantschel. Ganz im Sinne des Sprichwortes "Klappern gehört zum Geschäft" sollten Frauen trainieren, ihre beruflichen Ziele und Wünsche klar zu äußern und ihre Leistungen aktiv darzustellen – ohne sich selbst zu verleugnen. "Frauen müssen sichtbar werden und von sich reden machen. Am besten gelingt dies durch konsequente Netzwerkarbeit. Dabei ist es vollkommen legitim, sich nach Kontakten umzuschauen, die auf dem Weg nach oben behilflich sein könnten", ergänzt Eck-Philipp.

In Zeiten von Fachkräftemangel und demographischem Wandel gibt es inzwischen auch viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiterinnen dabei unterstützen, ihr Potential voll auszuschöpfen. Spezielle Frauenqualifizierungs- und Mentoringprogramme sind keine Seltenheit mehr. Der Karrieretipp der beiden Projektverantwortlichen an alle Frauen lautet daher: "Nutzen Sie bestehende Strukturen, bilden Sie Kooperationen und Netzwerke – auch und gerade mit Männern, die Ihnen Türen und Tore innerhalb eines Unternehmens öffnen können."

Drittes Arbeitspaket schließt Projekt ab

Mit dem dritten Teil ist das EWMD-Projekt "WomenONBoard", das Unternehmen vom "Mixed-Leadership-Potenzial" überzeugen will, nun abgeschlossen. Im ersten Arbeitspaket der Studie hatten Gabriele Hantschel und Carola Eck-Philipp zunächst durch quantitative Erhebungen und Befragungen statistische Daten über Frauen in Führungspositionen zusammengetragen. Im zweiten Schritt folgten qualitative Interviews mit Top-Managerinnen, die sich zu ihrem beruflichen Erfolg und den Hindernissen, ihren Erfahrungen im Hinblick auf die gläserne Decke sowie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben äußerten. Wissenschaftliche Unterstützung im Projekt erhielten die Projektleiterinnen dabei von Angelika Krämer, Projektmitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Universität zu Köln.

"Alle Ergebnisse zeigen ganz klar: Die "gläserne Decke" oder besser 'das Labyrinth" - denn der Alltag einer karriereorientierten Frau ist sehr vielschichtig und gleicht deshalb eher einem Labyrinth - ist in der Wirtschaft immer noch traurige Realität", so Hantschel und Eck-Philipp. Ihre Analysen wollen sie nutzen, um die Präsenz von Frauen im Top-Management zu erhöhen: Alle Studienergebnisse fließen in ein Mentoringprogramm ein, das der EWMD in Kooperation mit der Helga Stödter-Stiftung ins Leben gerufen hat. Denn, so Carola Eck-Philipp und Gabriele Hantschel: "Die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an." Durch best-practice-Beispiele, intensive Schulungen und Workshops sollen Frauen, die nach ganz oben wollen oder bereits auf dem Weg dahin sind, unterstützt und gefördert werden. Gleichzeitig bietet das Programm die Möglichkeit, sich mit Frauen in Top-Positionen auszutauschen und wertvolle, internationale Kontakte zu knüpfen. Das Mentoringprogramm ist dabei gut vernetzt: So arbeitet die Initiative eng mit dem Deutschen Verwaltungs- & Aufsichtsrats-Institut e.V. (DVAI e.V.) für die Qualifizierung und Professionalisierung von Verwaltungs- und Aufsichtsräten zusammen.

Weitere Informationen und die Studienergebnisse erhalten Interessiere per Mail bei der Projektleiterin Carola Eck-Philipp  email@autor.cap. Im Rahmen der Studie wurde zudem ein umfangreiches Info-Paket zusammengestellt, das die wichtigsten Hintergrundinformationen sowie Adressen von Ansprechpartnern, Netzwerken und Mentoringprogrammen zusammenfasst. Interessierte Frauen können dieses über die Projektleitung sowie über den EWMD direkt beziehen  email@autor.cap.


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Autor:
[D/U]


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Artikel vom 28.04.2011


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