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Vorsicht vor Foren

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Vorsicht vor Foren Vorsicht vor Foren - Die Notwendigkeit der Nutzung professioneller Beratungsstellen

Zur Begabungs- und Hochbegabungsproblematik gibt es auf diversen Internetportalen vielschichtige Foren.

An Anfragen mangelt es dort nicht und die Anzahl der "Ratgeber" ist enorm hoch.

Sie nennen sich Blondzopf, Sternschnuppe, Mamarosi oder Kumpelpapa, sind gewiss gestandene Eltern mit langjährigen Erfahrungen, aber blicken eben nur auf eigene Förder- und Erziehungspraxis in ihrer Familie zurück, auf ihre spezifischen Gegebenheiten, in ihrem individuellen Umfeld.

Dennoch besuchen sie diese Foren als "Beratende" und erteilen mannigfaltige Ratschläge; ausschließlich abgeleitet aus ihrer Situation, aus ihrer ganz persönlichen Eltern-Kind-Beziehung und aus ihrem leider nicht fachwissenschaftlichen Bildungs- und Erkenntnisstand.

Dagegen ist nichts einzuwenden wenn die Fragesteller zum Beispiel nur wissen möchten :

1. Ist euer begabtes Kind auch so schnell gelangweilt im Unterricht?

2. Welches Buch als Ratgeber für Eltern könnt ihr weiterempfehlen?

3. Kennt ihr Ansprechpartner für ein Gutachten zur Hochbegabung im Postleitzahlbereich 18522?

Problematisch wird es jedoch wenn Fragen in die Tiefe gehen, wenn sie Inhalte der Persönlichkeitsbildung, Persönlichkeitsentwicklung berühren, also im Grunde genommen pädagogisch-psychologische Aspekte tangieren oder gar explizit betreffen.

- Was mache ich wenn …..?

- Wie verhalte ich mich bei …..?

- Ist es richtig, so oder so …..?

Solche Fragesteller suchen keine reine Funktionalität in der Antwort im Sinne indifferenter Hinweise wie bei den Fragen 1 bis 3, wo es nur um "ja" oder "nein" gehen würde und um ein wenig Veranschaulichung in der Formulierung der Antwort.

Diese Fragesteller suchen praktikable Handreichungen im Sinne des verantwortungsvollen, helfenden und fördernden Umgangs mit ihrem eigenen begabten oder hochbegabten Kind.

Insofern muss natürlich gefragt werden, weshalb sich Ratsuchende mit diesem Anspruch nicht an eine individuell wirksame Beratungsinstitution wenden sondern an ein massenwirksames Forum.

Aus mehreren Gründen ist in dieser Angelegenheit Vorsicht geboten, wenn man sich als Ratsuchender unbedingt an ein Forum wenden will.

Erster Grund: Etliche Ratgeber unterliegen leider einem Fehlschluss, wenn sie glauben, dass ihre Erfahrung eins zu eins auf andere Konstellationen umsetzbar ist.

Zweiter Grund: Die Ratsuchenden müssen wissen, dass Begabung und Hochbegabung keinem Stereotyp unterliegen. Die Ursache dafür liegt in der Vielschichtigkeit der Persönlichkeit, dem spezifischen "Ich", dem unterschiedlichen sozialen Umfeld in dem das Kind lebt und vielen anderen objektiven und subjektiven Prämissen. - Das Allgemeine existiert zwar immer im Einzelnen, wird aber durch das "Prisma des Subjekts" gebrochen.

Dritter Grund : Die Übernahme von Hinweisen, Empfehlungen oder gar Lösungsansätzenvon Blondzopf oder Sternschnuppe für das eigene Kind des Ratsuchenden kann gefährlich werden. Diese Ratschläge geschehen in totaler Unkenntnis der Kausalität, d.h. der Ursache-Wirkung-Beziehung und entbehren natürlich auch – um einen viel gebrauchten Begriff aus der Medizin zu verwenden – jeglicher Anamnese.

Was also mit Vorsicht vor Foren gemeint ist, lässt sich beispielhaft mit Zitaten wie folgt belegen:

Fragestellung :

Vor 3 Wochen sagte die Klassenlehrerin, dass wir wahrscheinlich einen hochbegabten Sohn haben. Ihr Vorschlag war, ihn vorzeitig in die 3. Klasse zu versetzen.

Wir sind nun ratlos, ob das der richtige Weg ist. Unser Sohn möchte das nicht und wehrt sich dagegen. Was sollen wir tun?

Antwort:

Man kann Kinder nicht zu ihrem Glück zwingen. Allerdings müssen sie ihm verklickern, dass er sich gerade eine äußerst unangenehme psychische Störung einfängt, die aber behebbar ist. Allerdings nur mit seiner Mitarbeit.

Fragestellung :

Ich habe ein Problem mit meiner Tochter, getestet mit IQ 135. Sie fühlt sich nicht ausgelastet und hat fürchterliche Stimmungsschwankungen. Verkriecht sich in ihrem Zimmer, liest und spielt am PC. Was soll ich tun, damit sie sich nicht völlig absondert?

Antwort:

Ich kann nur sagen, dass der Besuch eines geeigneten Internats eine gute Lösung wäre.

Allerdings muss dein Kind das auch wollen.

Fragestellung:

Wir haben Probleme mit unserem begabten Sohn und seiner unfähigen Grundschullehrerin.

Habt ihr für euer begabtes Kind schon mal den Schulpsychologen in Anspruch genommen?

Antwort:

Der Schupsy hat keine Macht und bringt die Eltern nur auf dumme Gedanken. Wir nutzen zurzeit den Schupsy nur, um Töchterlein ab und zu in den Hintern zu treten und über aktuelle Probs zu sprechen.

(Begriffserklärung: Schupsy = Schulpsychologe, Probs = Probleme)

Man muss ganz klar sagen, was hieran deutlich wird.

Fachliches Informationsdefizit kann in einem Forum nicht ausgeglichen werden, Ratlosigkeit nicht zielführend beseitigt werden und eigene Überforderung nicht abgebaut werden.

Fazit: Wenn schon unbedingt Forum, dann bitte nur mit äußerst kritischer Distanz. Es muss hier jegliche Empfehlung in Beziehung gesetzt werden zum eigenen Kind, höchste Aufmerksamkeit ist geboten und jeder einzelne Ratschlag ist gewissenhaft zu prüfen – durch bejahen oder verneinen, annehmen oder verwerfen.

In der Verantwortung von uns Fachleuten liegt hierfür maßgeblich eine gewisse Weichenstellung in Richtung professioneller Beratungsstellen.

Es gibt schließlich zahlreiche Quellen für Wissenserwerb und Wissenszuwachs puncto Arbeit mit begabten und hochbegabten Kindern.

Es gibt diverse Handreichungen für den richtigen Umgang mit Begabten und Hochbegabten im Elternhaus und vielfach auch konkrete kostenlose Hilfe vor Ort.

Zu diesen Quellen zählen:

- Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind mit regionaler Gliederung

- Webseiten von Elterninitiativen und Fördervereinen zur Hochbegabung

- Begabungsdiagnostische Beratungsstellen vieler Universitäten

- Niedergelassene Psychologen mit Hochbegabtenschwerpunkt

- Schulpsychologen in den Schulämtern

- Kontaktlehrer für Begabtenförderung an vielen Schulen

- Interessante Fachportale mit Adressen zur Konsultation

- Ein umfangreiches Literaturangebot

Hier sind bereitwillige Berater tätig. – Lassen Sie uns deshalb im Interesse einer fachgerechten und optimalen Begabtenförderung alle einen Beitrag dazu leisten, dass Betroffene und Interessenten sich mit ihren Fragen und mit ihren Hilfeersuchen in erster Linie diesen Quellen zuwenden.

Oberstudienrat Dipl.paed. Thomas Hofer

Gründer des Europäischen Netzwerkes zur Hochbegabung "AlphaGenius"

Mitglied im "Arbeitskreis Begabungsforschung und Begabungsförderung e.V."

 www.genius-hochbegabung.de

 www.ratgeber-hochbegabung.eu


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Autor:
[T/H]


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Artikel vom 05.09.2013


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