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BVMed-Umfrage unter Pflegekräften zur Qualität der Dekubitus-Versorgung in der ambulanten Pflege

VON MANFRED BEERES meist gelesen

"Genehmigungsverfahren für Dekubitus-Hilfsmittel müssen verkürzt werden"

Berlin. Der Prozess von der Feststellung einer Dekubitus-Gefährdung über das ärztliche Rezept bis zur Genehmigung durch die Krankenkasse dauert zu lange. In knapp 30 Prozent der Fälle, in denen ein Dekubitus vorliegt und ein Antidekubitus-System angefordert wird, dauert es über eine Woche, bis das Hilfsmittel dem Patienten zur Verfügung steht. Das ist ein erstes Zwischenergebnis der Online-Befragung des Dekubitus Forums des BVMed zur Qualität der Dekubitus-Versorgung in der ambulanten Pflege. An der Umfrage haben bislang über 700 ambulante Pflegekräfte und Einrichtungen teilgenommen. Dekubitus ist ein ernsthaftes Problem. Er kann lebensgefährdend sein. Daher müssen wir die Versorgungssituation durch eine konsequente Anwendung der bestehenden Erhebungsbögen und eine schnellere Genehmigungspraxis durch die Krankenkassen verbessern, so Daniela Piossek, Hilfsmittelexpertin des BVMed.

Als Hauptgrund für die langen Wartezeiten bis zum Vorliegen des Dekubitus-Hilfsmittels wie Anti-Dekubitus-Liegehilfen oder -Kissen nennen 68 Prozent der Pflegekräfte die lange Genehmigungsdauer durch die Krankenkassen. 19 Prozent beklagen Verzögerungen durch den verordnenden Arzt, 12 Prozent die späte Versorgung durch den Leistungserbringer. Knapp die Hälfte der Teilnehmer gibt an, dass sich der Aufwand für die Genehmigung einer Umversorgung bei einer Verschlechterung der Patientensituation erhöht hat.

Das Dekubitus Forum des BVMed spricht sich im Interesse der Patienten für eine Vereinfachung der Prozesse aus. Die Grundlage dafür sei eine klare Dokumentation durch eine konsequente Nutzung der vorhandenen Erhebungsbögen. Die Erhebungsbögen sind im Internet abrufbar unter [1] . Die Erhebungsbögen vereinfachen den Prozess. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Genehmigungsverfahren abzukürzen. Das ist möglich, wenn alle an einem Strang ziehen: Pflegekräfte und Angehörige, Krankenkassen und Leistungserbringer.

Von den 702 bisherigen Teilnehmern kommen 53 Prozent von ambulanten Pflegediensten und 35 Prozent aus Alten- und Pflegeheimen. 12 Prozent sind pflegende Angehörige. Ziel der BVMed-Umfrage ist es, Daten zur Versorgungsqualität aus dem Bereich der ambulanten Dienste zu sammeln und auszuwerten. Die Befragung läuft weiter. Der Online-Fragebogen ist abrufbar unter  www.dekubitus-forum.de .

Unter Dekubitus versteht man ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn ständiger Druck auf bestimmte Hautareale deren Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verhindert. Druckgeschwüre zählen zu den chronischen Wunden. Betroffen sind in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen.

Im Rahmen des Qualitätsmanagements werden in deutschen Krankenhäusern seit Jahren Daten zur Dekubitus-Häufigkeit gemessen, um Hilfsmittelauswahl und pflegerische Maßnahmen auch unter ökonomischen Gesichtspunkten zu optimieren. Mit der vom BVMed initiierten Umfrage wird nun erstmals die Hilfsmittelqualität im Dekubitus-Management in Heim und Pflege erhoben. Der Fragenkatalog wurde vom Dekubitus Forum in enger Zusammenarbeit mit Entscheidern aus dem Bereich der ambulanten Dienste erstellt.

Langfristiges Ziel ist es zu erfahren, ob die zur Verfügung gestellten Hilfsmittel in der ambulanten Pflege und außerklinischen Pflegeeinrichtungen den individuellen Patientenrisiken angepasst sind und ob sich die Versorgungsqualität mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus verändert.

Das Dekubitus Forum, das durch Mitgliedsunternehmen des BVMed-Fachbereichs Hilfsmittel gegen Dekubitus gegründet wurde, hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, eine patientenorientierte Versorgung und Produktauswahl durch Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Die Online-Umfrage befindet sich im Internet unter:  www.dekubitus-forum.de . Weitere Informationen zum Thema gibt es unter [2] .

V.i.S.d.P.:

Manfred Beeres M.A.
Leiter Kommunikation/Presse
BVMed - Bundesverband Medizintechnologie
Reinhardtstr. 29 b
D - 10117 Berlin

Tel.: +49 (0)30 246 255-20
Fax: +49 (0)30 246 255-99


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Autor:
[M/B]


Artikel vom 06.07.2010


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