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Kölner Krankenhäuser verpflichten sich zur Qualität

VON REGINA HAMACHER meist gelesen

Kölner Krankenhäuser verpflichten sich zur Qualität Bundesweit einmaliger Zusammenschluss - Kliniken holen grundsätzlich Zweitmeinungen ein

Kölner Krankenhäuser und Diabetologen haben gemeinsam eine bundesweit vorbildliche und bisher einmalige Struktur entwickelt: Bei einer drohenden Amputation aufgrund eines Diabetischen Fußsyndroms holen die behandelnden Klinikärzte grundsätzlich die Zweitmeinung eines externen Kollegen ein. "Alle teilnehmenden Mediziner haben sich freiwillig dazu verpflichtet, einen zweiten Experten zu Rate zu ziehen, sobald über eine Amputation nachgedacht wird", führt der Kölner Diabetologe Dr. Dirk Hochlenert aus, der an der neuen Struktur maßgeblich mitgewirkt hat. "Das Einmalige daran ist, dass der Krankenhausarzt mit einem einfachen Anruf oder einer E-Mail die Zweitmeinung bei einer neutralen Institution mit ausgewiesener Expertise anfordern kann und dies in seiner normalen Routine regelmäßig tut. Das gibt es sonst nirgendwo in Deutschland. Normalerweise müssen sich die Patienten selbst um alles kümmern und haben Schwierigkeiten, Einrichtungen mit ausreichender Erfahrung zu finden, die im Gespräch mit dem aktuellen Behandler stehen", so Dr. Hochlenert weiter. Die innovative Aktion zur Zweitmeinung ist aus dem Kölner Netzwerk diabetischer Fuß hervorgegangen, in dem seit 2002 Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen mit anderen Spezialisten zusammenarbeiten, um Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS) bestmöglich zu betreuen.

Einzigartiges Konzept

Eigentlich hat jeder Patient im Falle einer drohenden Amputation das Recht, einen zweiten Arzt zu Rate zu ziehen, um sicherzugehen, dass alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. "Von diesem Recht wird jedoch selten Gebrauch gemacht, da es Engagement von allen Seiten erfordert - Patienten sind oft verzweifelt und fordern so etwas wie eine Zweitmeinung schlichtweg nicht ein. Die Ärzte können sich oft nicht vorstellen, dass anderen noch etwas einfällt, wenn sie selbst keinen Ausweg mehr wissen", erklärt Dr. Hochlenert, "Ein Zusammenschluss, wie wir ihn in Köln geschaffen haben, erfordert also großes Vertrauen aller Beteiligten. Auch aus diesem Grund ist die neue Struktur etwas ganz Besonderes und deutschlandweit bislang einmalig."

Viele Menschen sind betroffen

Das Thema Amputation ist für alle Diabetes-Patienten und deren Angehörige von hoher Relevanz. "Rund 15 Prozent der Diabetiker, also 30.000 Menschen in Köln und Umgebung, entwickeln ein Diabetisches Fußsyndrom und laufen somit Gefahr, amputiert zu werden. Dabei haben Amputationen gravierende Auswirkungen für die Betroffenen. Es erfordert z. B. viel Zeit und Kraft, den Umgang mit einer Prothese nach der Amputation eines Beines zu erlernen. Gerade ältere Menschen verlieren deshalb nach solch einer umfangreichen Operation oft ihre Selbstständigkeit. Die Hälfte aller Patienten kann nach einer Amputation nicht mehr selbstständig gehen", erklärt Dr. Hochlenert. Eine Zweitmeinung ist daher in jedem Fall wichtig, damit die Ampu-tation wirklich nur dann erfolgt, wenn es keine anderen Auswege mehr gibt.

Drei Viertel aller Amputationen vermeidbar

Rund 75 Prozent der Amputationen, die momentan wegen des Diabetischen Fußsyndroms durchgeführt werden, wären vermeidbar. Diese Situation war für die Kölner Ärzte Grund genug, die Kampagne "Amputation verhindern" zu initiieren, die verstärkt auf das Diabetische Fußsyndrom und seine möglichen Folgen aufmerksam machen soll. Im Rahmen dieser Kampagne wurde die Notfallrufnummer 01803 123406 eingerichtet. Hier können Betroffene und deren Angehörige bei Fragen zum Diabetischen Fußsyndrom anrufen und sich bei drohender Amputation Hilfe in Ihrer Nähe vermitteln lassen. Ein Anruf bei der Hotline der Aktion kostet 9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz und maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.Hintergrund: Das Diabetische Fußsyndrom

Das Diabetische Fußsyndrom entwickelt sich auf dem Boden einer Nervenstörung durch dauer-haft erhöhten Blutzucker. Insbesondere werden Schmerzen nicht in der gewohnten Intensität wahrgenommen, es kommt zu Fehlbelastungen, Schwielen, Hühneraugen und schließlich Verletzungen. Bei Diabetikern ist zudem die Durchblutung durch Verengung der Arterien in Becken oder Beinen oft gestört und Infektionen verlaufen bei hohem Blutzucker schwerer. Unbehandelt kann dies die Zerstörung weiter Teile des Fußes und schlussendlich die Amputation nach sich ziehen. Da sich durch Nervenstörungen das Schmerzempfinden in den Füßen verringert, nehmen Diabetiker Verletzungen häufig nicht oder nur vermindert war und suchen daher oft zu spät einen Arzt auf. Diabetologen empfehlen daher, die Füße regelmäßig selbst zu kontrollieren und bereits bei kleinen Verletzungen einen Arzt aufzusuchen. Zudem sollten die Empfindungen in den Füßen mindestens einmal jährlich vom behandelnden Hausarzt untersucht werden.


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Autor:
[R/H]


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Artikel vom 22.09.2010


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