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Britische Ärzte raten: "Nutzt die Mittagssonne!"

VON LEOPOLD BERGMANN meist gelesen

Britische Ärzte raten: "Nutzt die Mittagssonne!" Ärzte- und Gesundheitsorganisationen in Großbritannien korrigieren ihre Empfehlungen für den Umgang mit Sonnenlicht. Ihr Rat lautet jetzt: 15 Minuten in der Mittagssonne im Sommer ohne Sonnencreme - für hellhäutige Briten wohlgemerkt.

Wir alle kennen die Warnung: Sonnt euch, aber bitte meidet die Mittagssonne. 30 Jahre galten die Strahlen der Sonne zur Mittagszeit als zu intensiv und somit als zu gefährlich, dass man sich ihnen aussetzen sollte. Auch wenn nach wie vor Vorsicht beim Umgang mit UV-Strahlen geboten ist, scheint diese Empfehlung voreilig gewesen zu sein, wenn nicht sogar falsch.

Gesundheitsorganisationen und offizielle Stellen revidieren ihre Aussagen und Empfehlungen.

Der neue Rat Britischer Ärzteorganisationen: "Nutze die Mittagssonne, mit Verstand!

Nach ersten Empfehlungen von Fachärzte- und Gesundheitsverbänden in den USA und Kanada schwenken jetzt in Großbritannien Ärzteorganisationen auf die neue Linie ein. Sogar die Organisationen, die bis vor Kurzem noch die UV-Strahlen der Sonne und natürlich der Sonnenbank in Presse-Feldzügen bekämpft hatten, wie etwa Cancer Research UK (vergleichbar mit der Deutschen Krebshilfe) oder der britische Dermatologenverband (British Association of Dermatologists).

Sieben Gesundheitsverbände, darunter - neben den genannten - die Fachgesellschaften für Diabetes, Multiple Sklerose, Herz-Kreislauf, Osteoporose und der Hausärzte geben in einer gemeinsamen Erklärung neue Empfehlungen:

15 Minuten in der Mittagssonne im Sommer ohne Sonnencreme, selbst für die hellhäutigen Briten. Das ist nun der neue Standard.

Die gute Grund für diese Empfehlung: Der Vitamin D-Mangel hat inzwischen epidemische Ausmaße erreicht. Vitamin D-Mangel verursacht in Mitteleuropa und Nordamerika Gesundheitskosten in einer Größenordnung, die die Gesundheitssysteme selbst der reichen Industrieländer mittlerweile stark belasten. Dass es dabei ohne UV-B-Strahlen der Sonne oder einer Sonnenbank nicht geht, wenn etwas gegen das weltweite Vitamin D-Defizit unternommen werden soll, hat sich damit nach vielen wissenschaftlichen Studien in den vergangenen Jahren auch bei denen durchgesetzt, die bisher mit einer Art Tunnelblick auf die schädlichen Folgen des Sonnen-Missbrauchs gestarrt und damit den "Notstand" bei der Vitamin D-Versorgung mit verursacht hatten.

Nach dieser Kehrtwende dürfte auch in der breiten Öffentlichkeit und in den Medien die Einsicht wachsen, dass sich die notwendige Warnung vor dem "Zuviel" an Sonne und UV-Strahlen ("Ballermann-Syndrom") sehr gut verträgt mit dem Rat für entspannten, ebenso regelmäßigen wie mäßigen Sonnen-Genuss als Quelle von Gesundheit und Vitalität.

Prof. Rona Mackie von der British Association of Dermatologists formuliert folgenden Rat: "Totaler Sonnenschutz und Sonnencremes mit hohen Lichtschutzfaktor überall und zu allen Zeiten ist nicht ideal ... Einige der Aussagen über die Gefahren der Sonne waren nicht vernünftig. Was wir jetzt sagen ist, dass 10-15 Minuten in der Sommersonne ohne Sonnenschutz mehrere Male pro Woche wahrscheinlich die sicherste Balance darstellt zwischen ausreichendem Vitamin D und jedem denkbaren Hautkrebs-Risiko." (Übers. d. Red.)

Drastischer die Reaktion eines Wissenschaftlers, der schon seit Jahren vor der "Sonnen-Angst" gewarnt und den "Sonnen-Raub" verurteilt hat, Dr. Oliver Gillie vom Health Research Forum: "Die Öffentlichkeit ist mutwillig getäuscht worden durch den Rat, die Sonne zu meiden."

Quelle: BBC News/UK Press Association

(im Original nachzulesen auf sonnennews.de) Photomed Bundesfachverband Solarien und Besonnung e.V. ist die Berufsorganisation der Solarien-Branche für die Bundesrepublik Deutschland.


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Autor:
[L/B]


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Artikel vom 21.12.2010


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