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Wenig Mandel-OP's im Stadt- und Landkreis Karlsruhe

VON MICHAEL RICHTER meist gelesen

Wenig Mandel-OP´s im Stadt- und Landkreis Karlsruhe DAK-Gesundheit: Studie zeigt große regionale Unterschiede bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen

Karlsruhe, 15. April 2016. Schluckbeschwerden, Halsschmerzen und Fieber: Aus leichten Anzeichen wird oftmals rasch eine schmerzhafte Mandelentzündung. In den vergangenen Jahren setzte sich zunehmend eine konservative Behandlung durch und die operative Entfernung der Mandeln erfolgte seltener. In der Region Karlsruhe liegt die OP-Quote bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren sogar 8,3 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Rund 440 Operationen wurden hier jährlich zwischen 2010 und 2012 vorgenommen. Dies teilt die DAK-Gesundheit im Hinblick auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung mit. Die wenigsten Eingriffe wurden in Sonneberg (Thüringen) verzeichnet, achtmal so viele und damit die meisten waren es hingegen im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach.

Im Bundesdurchschnitt wurden 43 von 10.000 Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren die Gaumenmandeln entfernt, so die Bertelsmann-Studie. In der Region Karlsruhe liegt der Wert bei 34,89 je 10.000. Ärzte raten heute zurückhaltender zur OP. "Nur wenn häufige Entzündungen oder andere medizinische Gründe vorliegen, wird operiert", sagt Michael Richter, Chef von der DAK-Gesundheit in Karlsruhe. Verschiedene wissenschaftliche Studien belegten zudem, dass die Erhaltung der Mandeln prinzipiell vorrangig sei. "Wir raten zu einer gewissenhaften Abwägung des Für und Wider einer OP und begrüßen die vorausschauende Betrachtung bei den Medizinern", ergänzt Richter. Die großen regionalen Unterschiede könnten medizinische Gründe haben, die Studie schließt mögliche wirtschaftliche Interessen der Kliniken jedoch nicht gänzlich aus.

Viren oder Bakterien können der Auslöser sein

Während früher Bakterien mit dem Namen Streptokokken als Auslöser für Mandelentzündungen wegen möglicher Folgen wie Herzerkrankungen oder Rheuma gefürchtet waren, werden diese Fälle heute seltener beobachtet. Die Erkrankung kann sowohl durch Bakterien, als auch durch Viren hervorgerufen werden. Daher ist vom behandelnden Arzt zu entscheiden, ob ein Antibiotikum Sinn macht. Häufig verschwinden die Beschwerden nach einigen Tagen Schonung und der Anwendung von Hausmitteln. Detaillierte und unabhängige Informationen sowie Entscheidungshilfe zur Therapie bietet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) im Internet unter  www.gesundheitsinformation.de .


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Autor:
[M/R]


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Artikel vom 15.04.2016


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