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Wiesbadener Kultur am Tropf

VON CHRISTIAN BACHMANN meist gelesen

Keine Kommune kann es bestreiten: Das Kulturangebot der Städte und Landkreise ist defizitär und wird, bis auf wenige Ausnahmen vielleicht, immer abhängig von Zuschüssen der öffentlichen Kassen sowie privater Spender sein. Das wird sich auch niemals ändern. Kunst und Kultur darf niemals nur unter der Prämisse des wirtschaftlichen Erfolgs stehen, da dies zum Ende der Kreativität und zum Anfang des Kommerzes durch den "Mainstream" führen würde. Niemand kann sich solch eine Kultur- und Kunstszene ehrlich wünschen.

Die finanzielle Bezuschussung ist auch nötig, um den Bürgern aller Bevölkerungsschichten den Zugang zu kulturellen und bildenden Maßnahmen anzubieten. Museen, Theater, Konzerte, Ausstellungen und vieles mehr bilden die Grundlage für eine funktionierende, aufgeklärte und tolerante Gesellschaft, in der wir alle gerne leben möchten.

Betrachten wir jedoch den "siechenden Patienten", wie es in der letzten Stadtverordnetenversammlung formuliert wurde. Jahrelang mit immer höher dosierten finanziellen Spritzen am Leben erhalten, ohne den Lebenswandel des Kränkelnden zu überprüfen.

Nun hat die Wiesbadener Kulturdezernentin Scholz es gewagt, bei den bezuschussten Kulturschaffenden, die bisher jährlich mit sechsstelligen Summen aus Steuergeldern versorgt wurden, eine Wirtschaftsprüfung anzuordnen. Warum hier Empörung und das große Wehklagen aufkam, bleibt wohl das Geheimnis der Empörten. Die meisten Steuerzahler werden Verständnis dafür aufbringen.

Christian Bachmannvon den FREIEN WÄHLERN sieht es so: "Ich gehe nicht davon aus, dass ein Wirtschaftsprüfer das Programm oder den künstlerischen Tiefgang eines Kulturschaffenden überprüfen und dies in sein Ergebnis einfließen wird. Das darf nicht Teil seiner Aufgabe sein. Diese besteht aber darin, die wirtschaftlichen Probleme, die mannigfaltig sein können, ich denke hier an eine verfehlte Kostenpolitik bei z. B. Gehältern, Gagen, Eintrittsgeldern oder Einkäufen, anzuzeigen und abzustellen. Weiterhin ist aber auch grundsätzlich und ergebnisoffen zu prüfen, wer und vor allem wie die künstlerische Messlatte für die Bezuschussung festgelegt wird. Das Abschneiden von "alten Zöpfen" darf hier kein Tabu sein."

Wir wünschen uns, dass alle Kulturschaffenden diese längst fällige und nun verordnete Rosskur glimpflich überstehen, da gerade eine Kur- und Kulturstadt wie Wiesbaden von einer Künstlerszene lebt sowie seine eigene Identität und die Identifikation seiner Bürger mit der Stadt damit untrennbar verbunden sind.

Christian Bachmann

FREIE WÄHLER


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Autor:
[C/B]


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Artikel vom 20.09.2011


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