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Gesetzesvorhaben zum Beschäftigtendatenschutz erinnert an Technikgläubigkeit bei der Konstruktion der Titanic

VON ALFRIED GROßE meist gelesen

Gesetzesvorhaben zum Beschäftigtendatenschutz erinnert an Technikgläubigkeit bei der Konstruktion der Titanic AGAD kritisiert Konzeptlosigkeit der schwarz-gelben Regierung

Essen, 26. April 2011*****Der Datenschutz ist im Bundesdatenschutzgesetz und anderen arbeitsrechtlichen Gesetzen wie dem Betriebsverfassungsgesetz geregelt. Darüber hinaus hat das Bundesverfassungsgericht das sogenannte Recht auf informationelle Selbstbestimmung aus Art. 2 Grundgesetz entwickelt. Der AGAD-Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. ist der Auffassung, dass damit auch der Beschäftigtendatenschutz ausreichend geregelt ist. Der Hauptgeschäftsführer des AGAD, Rechtsanwalt Dr. Oliver Klug, kritisiert das Ansinnen der Parteien, den Beschäftigtendatenschutz durch ein neues Gesetz regeln zu wollen, dass auch für juristische Laien lesbar sein soll und alle Fälle ein für allemal regelt, als Quadratur des Kreises.

"Entweder sind die Vorschläge zu rigoros, dann wird es unpraktikabel, wie auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisiert, oder bringen wenig Klarheit. Die Politik sollte akzeptieren, dass ein Beschäftigtendatenschutzgesetz nur "äußere Leitplanken" schaffen kann und sollte. Dazwischen muss sich, wie auch im sonstigen Arbeitsrecht, eine Rechtsprechung entwickeln, die die Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Datennutzung verfassungsgemäß abwägen muss. Diese Abwägung gehört vor die Gerichte und nicht in die Fraktionen. Insgesamt erinnert mich das Ansinnen der Politik an die Technikgläubigkeit bei der Konstruktion der Titanic. Die galt ja als unsinkbar," ärgert sich Rechtsanwalt Dr. Klug.

Der Hauptgeschäftsführer des AGAD weist darauf hin, dass im Arbeitsverhältnis die "Interessenabwägung" ein zentrales Element ist. Das Arbeitsverhältnis werde charakterisiert durch die arbeitgeberseitige Fürsorge- und die arbeitnehmerseitige Treuepflicht. "Deshalb müssen auch andere Grundsätze gelten als beim Kreditkartenvertrag. Dem Arbeitgeber müssen interessengerechte Kontrollrechte verbleiben. Insoweit hilft der Oppositionsslogan "Arbeitnehmerschutz statt Interessenabwägung" nicht weiter", so Rechtsanwalt Dr. Klug.

Überhaupt nicht mehr nachvollziehbar ist für den Hauptgeschäftsführer des AGAD, dass die schwarz-gelbe Regierungskoalition in ihrem Entwurf jedwede heimliche Videoüberwachung des Arbeitnehmers ausschließen will, der Gegenentwurf von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN diese aber unter engen Voraussetzungen zulässt. "Die GRÜNEN orientieren sich insoweit an der sinnvollen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, wonach nur bei schweren Verfehlungen, Erfolglosigkeit anderweitiger Ermittlungsversuche und überwiegenden Interessen des Arbeitgebers, also bei einer Notwehr ähnlichen Lage, auch die heimliche Videoüberwachung möglich sein müsse. Schon erstaunlich, dass den GRÜNEN das BAG-Urteil vom 27. 3. 2003 - 2 AZR 51/ 02 bekannt zu sein scheint, der schwarz-gelben Koalition aber nicht", wundert sich Rechtsanwalt Dr. Klug. Über den AGAD

Mit über 600 Mitgliedsunternehmen, die knapp 40.000 Mitarbeiter beschäftigen, ist der AGAD Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. der größte Regionalverband in Nordrhein-Westfalen. Nach der Verschmelzung der Wirtschaftsvereinigung Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen Ruhrgebiet e.V. mit dem Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen Westfalen-Mitte e.V. im September 2010 erstreckt sich der Verbandsbereich von Duisburg über Mülheim, Essen, Oberhausen, Bochum, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen und Hamm bis ins Sauerland.

Jedes Jahr führen die Rechtsanwälte des AGAD rund 600 Prozesse für ihre Mitglieder vor Arbeits- und Sozialgerichten. Diesen überdurchschnittlich hohen Erfahrungsschatz der AGAD-Arbeitsrechtler nutzen selbst Mitgliedsfirmen mit eigenen Rechtsabteilungen. Neben der Unterstützung in allen arbeits- und sozialrechtlichen Fragen stellt der AGAD seinen Mitgliedern stets aktuelle arbeitsrechtliche Verträge für die tägliche Praxis zur Verfügung, gewährt ihnen Rechtsbeistand bei Erstattungsansprüchen des Arbeitsamtes, in Verfahren beim Integrationsamt und in Einigungsstellen. Darüber hinaus führt der AGAD Tarifverhandlungen für die Mitglieder der Tariffachgruppe und unterstützt seine Mitglieder beim Abschluss von Firmentarifverträgen. Der Service des AGAD, der auch im Internet zur Verfügung steht, verhilft seinen Mitgliedern zu mehr Rechts- und Planungssicherheit in der Personalpolitik und entlastet sie von bürokratischen Formalien.


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Autor:
[A/G]


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Artikel vom 26.04.2011


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