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Mitarbeiter bei Schlecker, Karstadt, Neckermann etc. - Arbeitszeugnis nicht vergessen!!!

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Jeder Arbeitnehmer hat nach seiner Kündigung Anspruch auf ein  qualifiziertes Arbeitszeugnis . Dies wird meist beim Zugang einer Kündigung übersehen oder vergessen. Auch von einer Zermürbungstaktik des alten Arbeitgebers sollten sich die gekündigten Arbeitnehmer nicht beeindrucken lassen und ihren Anspruch vehement und im Falle beharrlicher Weigerung des Arbeitgebers, der sich den zeitlichen Aufwand für die Erstellung des Arbeitszeugnis sparen will, unter Klageandrohung einfordern.

Das Arbeitszeugnis ist unbedingt nach Erhalt der Kündigung beim Arbeitgeber einzufordern. Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verjährt zwar erst nach drei Jahren. Je später das Arbeitszeugnis aber erstellt wird, desto weniger ist es wert.

Das Arbeitszeugnis ist daher schnellstmöglich anzufordern. Es ist nicht nur für die Bewerbung wichtig, sondern kann in Jahrzehnten ein wichtiges Beweismittel sein, um Lücken im Rentenversicherungsverlauf zu klären. Üblicherweise bewahren Unternehmen aus steuerlichen Gründen Unterlagen maximal zehn Jahre auf. Dann werden diese vernichtet. Glücklich ist dann, wer anhand eines Arbeitszeugnisses beweisen kann, dass er in einem bestimmten Zeitraum bei einem Arbeitgeber beschäftigt war. Zwar werden diese Daten automatisch über die Einzugsstelle (Krankenkasse) an die Rentenversicherer gemeldet. Allerdings können sich dabei Fehler (Tippfehler bei der Dateneingabe, Klickfehler etc.) einschleichen, die über die Jahre erhebliche finanzielle Auswirkungen haben können.

Notfalls wird der Anspruch auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses vor dem Arbeitsgericht eingeklagt. Vorher sollte der Arbeitgeber schriftlich und unter Fristsetzung (zwei bis vier Wochen) zur Erteilung eines qualifizierten Arbeitszeugnis aufgefordert werden.

Genügt das dann erhaltene Arbeitszeugnis dann nicht den Erwartungen des Arbeitnehmers oder ist falsch, kann dieser ein berichtigtes Arbeitszeugnis notfalls auch gerichtlich einfordern. Im Arbeitsgerichtsprozess werden dann die einzelnen Formulierungen beantragt.

Die Beweislast für eine überdurchschnittliche Note trägt der Arbeitnehmer. Die Beweislast für eine unterdurchschnittliche Benotung trägt der Arbeitgeber. Wer als Arbeitnehmer also eine vier als Note (… hat die übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt..) hatte, sollte unbedingt Klage erheben, falls der Arbeitgeber nicht beweisen kann, dass der Arbeitnehmer nur unterdurchschnittliche Leistungen erbracht hat.

Wer länger als einen Monat auf sein Arbeitszeugnis wartet, sollte unbedingt Klage erheben. Denn schließlich wird dieses für die Bewerbung benötigt.

Außerdem besteht immer die Gefahr, dass derjenige (Fachvorgesetzte) der den Arbeitnehmer bewerten soll, ausscheidet, verstirbt oder aus anderen Gründen (Vergesslichkeit etc) nicht mehr in der Lage ist, ein Arbeitszeugnis zu erstellen. Irgendwann werden aber auch keine Personalakten mehr vorhanden sein.

Seriöse Arbeitgeber übersenden ein solches Arbeitszeugnis üblicherweise mit den Arbeitspapieren., wenn der Arbeitnehmer ein solches nach Erhalt der Kündigung schriftlich und nachweisbar angefordert hat.

Bei Bewerbungen fällt es meist negativ auf, wenn den Bewerbungsunterlagen kein qualifiziertes Arbeitszeugnis beiliegt. Viele Personalchefs vermuten dann, dass noch ein Arbeitsgerichtsprozess mit dem alten Arbeitsgeber läuft oder dem Arbeitnehmer wegen Pflichtverletzung gekündigt wurde.

Ist der Arbeitnehmer zur Klage auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses gezwungen, sollten ihn auch die Verfahrenskosten nicht abschrecken. Üblicherweise wird dafür ein Streitwert von einem Bruttomonatsgehalt angesetzt.

Beispiel:
Verdient der Arbeitnehmer z.B. 2.500,00 € brutto. Dann beträgt das Kostenrisiko in der ersten Instanz etwa zwischen 775,37 € (= 81,00 € + 694,37 € bei einem Vergleich) und 745,78 € (=243,00 € Gerichtskosten + 502,78 € Urteil).

Diese Beträge stellen eine sinnvolle Investition in die berufliche Zukunft dar. Außerdem können diese als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit angesetzt werden.

 Weitere Informationen zu arbeitsrechtlichen Themen finden Sie hier


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Autor:
[C/M]


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Artikel vom 15.08.2012


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